Renaissance entdecken

Schloss und Garten der Renaissance 

Das Schloss Kannawurf wurde 1562-65 durch Georg II. Vitzthum von Eckstädt anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaues errichtet. Die Bausubstanz aus dem 16. Jh. ist weitgehend erhalten und erweckt einen sehr authentischen Eindruck. Seit 2008 wird das Schloss restauriert. Im Innern haben sich Ausmalungen aus dem 16. - 18. Jh. erhalten.  

2020 wurde ein beeindruckender Renaissancegarten fertiggestellt. Seine Gestaltung ist durch das älteste bekannte europäische Gartenarchitekturbuch inspiriert, das unter anderem auch dem damaligen Schlossherren gewidmet war. Der Garten illustriert in Form und Pflanzenauswahl die mitteldeutsche Gartenkunst des 16. Jh. 

Sehenswert


Buttstädt
Historischer Friedhof Camposanto Buttstädt

Camposanto ist die italienische Bezeichnung für Friedhof und bedeutet in der Übersetzung „heiliges Feld“. Begräbnisstätten dieser Art zeichnen sich durch eine hofartig umschlossene Ausführung mit einem nach innen offenen Bogengang aus. 

Der Camposanto in Buttstädt ist die älteste erhaltene Friedhofsanlage seiner Art in Thüringen. Bereits 1537 diente er als Begräbnisplatz und 1591 wurde die Anlage mit dem Bau der Umfassungsmauern, der Säulengänge und der Gruftgewölbe im Norden und Osten erweitert. Noch heute prägt das Eingangsportal mit seinem barocken Turmaufbau den beschaulichen Ort. 1861 – in Buttstädt wurde ein neuer Friedhof geweiht - kam die Bestattungstätigkeit auf dem Alten Friedhof zum Erliegen. 

Die morbide Schönheit 

Der Buttstädter Friedhof ist in einem guten Erhaltungszustand und ein einzigartiges Zeugnis der Begräbniskultur vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in Thüringen. Die Säulengänge nach italienischem Vorbild waren im mitteldeutschen Raum schon zur damaligen Zeit nur sehr selten anzutreffen. Bis heute sind auf dem Camposanto noch 88 Grabmale und ca. 240, zum Teil stark restaurierungsbedürftige Fragmente zu finden. Der Friedhof repräsentiert auf eindrucksvolle Art die Bestattungskultur der Renaissance, des Barock, des Rokoko und des Klassizismus. 

Die Toten-Säulen, Obelisken und klassizistischen Stelen im Bogengang und auf dem Freigelände wetteifern um die Aufmerksamkeit. Über die Wiese verstreut, unter uralten Eichen, stehen vereinzelt die bemoosten Grabmale, jedes von anderer Form, als würde es stellvertretend für die Besonderheit des Verstorbenen stehen. Sie dokumentieren die Geschichte der Stadt und erzählen teilweise ganze Lebensgeschichten. Einige Steinkolosse sind brüchig, einzelne Epitaphe haben feine Risse. Tonnenschwer stehen sie über das gesamte Gelände verteilt und geben dem Ort seine besondere Aura.

Kindelbrück OT Kannawurf
Schloss Kannawurf

Der weiträumige denkmalgeschützte Komplex am Nordrand des Thüringer Beckens besteht aus dem Schlossbau der Renaissance und umgebenden Wirtschaftsgebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Das Kernschloss ist eine regelmäßige Dreiflügelanlage auf nahezu quadratischer Grundfläche um einen Innenhof, dessen vierte Seite durch eine Wehrmauer mit mittig eingestelltem Rundturm und hölzerner Galerie geschlossen wird. Sein charakteristisches Erscheinungsbild erhält das Schloss durch eine Vielzahl aneinander gereihter Giebel.

Das Schloss wurde 1562-65 durch Georg II. Vitzthum von Eckstädt, Marschall des sächsischen Herzogs Moritz I., anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaues errichtet. Die Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert ist weitgehend erhalten und erweckt einen sehr authentischen Eindruck. Seit 2008 wird das Schloss unter denkmalpflegerischen Aspekten restauriert, im Inneren haben sich Ausmalungen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erhalten. Das Schloss beherbergt seit 2007 das Künstlerhaus Thüringen e.V. mit Ateliers und Proben- und Veranstaltungsräumen. Von April bis Oktober finden öffentliche Konzerte, Theater, Ausstellungen und der Probenbetrieb statt. 2020 wurde der Renaissancegarten fertiggestellt. Seine Gestaltung wurde durch das älteste bekannte europäische Gartenarchitekturbuch inspiriert, das dem Erbauer von Schloss Kannawurf gewidmet war. Er illustriert in Form und Pflanzenauswahl die mitteldeutsche Gartenkunst des 16. Jahrhunderts.

Rastenberg
Rathaus Rastenberg

1565 erfolgte der Bau des Rathauses im Renaissancestil, welches jedoch in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) am 14. Mai 1636 neben vielen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden niederbrannte. Die Gebäude waren zu dieser Zeit noch mit Stroh eingedeckt, somit konnten sich Feuersbrünste in kürzester Zeit entwickeln. Im selben Jahr wurde es an gleicher Stelle wieder errichtet. Anstelle des Strohdaches wurde es mit Holzschindeln eingedeckt. Im Jahr 1718 wurden die Schindeln durch eine Ziegeleindeckung ersetzt. Das Kellergewölbe und der Mittelbau gehören zu den ältesten Bauwerksteilen.

Über der Eingangstür befindet sich das in Stein gehauene STADTWAPPEN. Es enthält im roten Schild einen geharnischten Ritter mit offenem Visier, der in einer Hand ein Schwert und in der anderen ein Fähnlein hält.

Darüber stehen die Worte:

„Ibsigna oppidana Rastenbergensis insculpte MDCCXXXVII“

das heißt:

„Siegel der Stadt Rastenberg 1737“

In diesem Jahr erhielt die Stadt Rastenberg ihr Wappen.

Im Mittelteil der Vorderfront ist das Symbol der Gerechtigkeit, die Justitia, ebenfalls in Stein gehauen. Die verbundenen Augen bedeuten: Recht ohne Ansehen der Person. Die Waage bedeutet: Das Recht ist gewissenhaft abzuwägen. Das Schwert: Der Schuldige wird bestraft. Darüber stehen die Worte: „sum quique“ – „Jedem das Seine“.

Im Inneren lassen sich Wandgemälde über Rastenbergs Geschichte bewundern.

Im Zuge der grundlegenden Sanierung des Rathauses im Jahre 2002 wurden die Gemälde vom langjährigen Malsaalvorstand des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Klaus Ritter, nach den Originalen von Kötscher frei nachgestaltet.